Sifu Andreas Kelch
Am 26.10.70 wurde ich, Andreas Kelch, in Hameln geboren.
In der Vergangenheit habe ich mich stets in meiner Freizeit der Kampfkunst gewidmet. Schon als Kind habe ich mir nicht viel aus anderen Sportarten gemacht. Die erste Erfahrung mit Kampfsport hatte ich aus den Medien, wo etliche Bruce Lee und Karatefilme zu meiner Zeit modern waren. Ich baute mir einen Sandsack, hing ihn auf, kaufte mir ein Buch (Bruce Lees Kampftechniken) und versuchte laienhaft mit Tritten und Schlägen, Bruce Lees Kampfstil nachzueifern. Da mir nach einer gewissen Zeit dies zu wenig war, habe ich mit Karate angefangen. In diesem Verein lernte ich sehr viel über Kampfsport kennen, wurde Sportwart und organisierte viele Aktivitäten wie z.B. Wettkämpfe, Vorführungen und andere Öffentlichkeitsarbeiten.
Kurz vor meinem Braungurt lernte ich Wing Tsun kennen. Durch ein Plakat, wo mit einer Vorführung von Sifu Turan Ataseven geworben wurde, wurde ich auf WT erst richtig aufmerksam. Da ich vorher schon etwas von WT gelesen habe, jedoch nicht so richtig überzeugt war, bin ich mit einem Freund nach Minden zu dieser Demo gefahren. Seit dieser Vorführung war ich überzeugt und wußte, daß ich dieses System erlernen wollte. Sifu Turan erzählte uns, daß er in nächster Zeit eine Wing Tsun Schule in Hameln eröffnen wollte. Wiederum fand eine Vorführung statt, nur diesmal in Hameln. Ich meldete mich sofort an und trainierte von nun an bei meinem ersten Sihing Gilbert Boutoumou. In dieser Zeit trainierten Simone Waltemathe, Andreas Götze und ich so oft wie möglich mit dem Ziel, irgendwann selbst einmal Schulleiter zu sein, zusammen. Da unser Sihing des öfteren in die USA flog, wurde ich oft beauftragt dieSchule zu leiten. Bei jedem Training , welches ich mir selbst ausdachte, wurde mir bewußt, daß ich dieses später einmal haupt- oder nebenberuflich ausüben möchte. Nach meinem 9. Schülergrad eröffnete Sihing Gilbert in Magdeburg mehrere Schulen, worauf die Hamelner Schule etwas vernachlässigt wurde. Um so oft wie möglich WT trainieren zu können, ging ich zu Sifu Turan Ataseven, wurde Privatschüler und absolvierte bei ihm die WT- Berufsausbildung. Bei Sifu Turan lernte ich WT noch besser kennen, konnte fast jeden Tag trainieren, und wurde mit meiner jetzigen Freundin Simone Waltemathe im Demoteam aufgenommen. Da Simone als Frau im WT- System sehr überzeugend ist, wurden wir hauptsächlich für Demos im Bereich Frauenselbstverteidigung eingesetzt. Wir dachten uns selbst unsere Vorführungen aus und unterlegten sie stets mit passender Musik. Neben hochgraduierten Danträgern aus den Bereichen Judo, Ju- Jutsu, Taekwondo, Aikido, Antiterrorkampf und Jeet Kune Do legten wir eine recht aggressive und konsequente Demo vor. Nach der Vorführung wurden wir mehrmals auf Lehrgänge oder Seminare angesprochen.
Desweiteren waren wir mit Sifu Turan auf der INFA in Hannover vertreten. Da Sifu Turan bei der ABF- Messe in Hannover verhindert war, er fuhr spontan als neuer Nationaltrainer der Türkei in dieses Land, sollten wir die Demo für ihn organisieren.
Nebenbei organisierten wir auch etliche Lehrgänge für Wing Tsun. In Fitnessstudios gaben wir Schnupperkurse, Selbstverteidigungsseminare fur Frauen und natürlich auch Kurse für Kinder.
Nach kurzer Zeit wurde die Volkshochschule Hameln auf uns aufmerksam. Eine kurze Demo, und schon wurden wir für drei Kurse verpflichtet. Die Kurse liefen so gut, daß sich danach etliche Teilnehmer bei uns in der Hamelner Schule anmeldeten. Nach jedem Kurs stellten wir natürlich fest, daß in dieser kurzen Zeit von zehn Stunden, WT natürlich nicht gelernt werden kann, vielmehr nur Bruchstücke, Kampfprinzipien und Ideen, wie man sich eventuell auf der Straße verteidigen könnte. Dennoch bekamen wir ein gutes Feedback, denn die Kurse waren lange Zeit vor Beginn ausgebucht. Zwar hielt ich lange nichts von Selbstverteidigungskursen, wo die Teilnehmer nur finanziell ausgenommen wurden, aber dennoch ist es wichtig für uns Werbung zu machen, Selbstbewußtsein aufzubauen, und den Trainierenden erst einmal klar zu machen, wie wichtig es ist, weiter trainieren zu müssen. Kurz vor Ende des Kurses haben wir immer über das komplette Wing Tsun System gesprochen und wie eine richtige Selbstverteidigungsausbildung aussehen muß.
Seit fast 20 Jahren praktiziere ich nun Wing Tsun, habe viele interessante Menschen kennengelernt und auch viel Positives durch WT in meinem Leben geändert. Und ich denke WT wird noch viel in meinem weiteren Leben bewirken.  |